Du könntest Chefjuror eines dieser an sämtliche Trash-Konsortien unseres Planeten verkauften Casting-Formate sein und quotenwirksam befinden, „Bei dem Gejaule lässt sich jedes Großohropossum aus der Kontrollgruppe einer Beutelratten-Giftköder-Studie freiwillig das echte Zeug verpassen!“, und ich würde entgegnen: „Ich ziehe einen einigermaßen talentierten Songschreiber jedem noch so herausragenden Sänger vor.“
Du könntest so ein unverbesserlicher Farin-Urlaub-Racing-Team-Traditionalist sein, der aus seiner babyblauen Plüschpunk-Blase heraus urteilt, „Das klingt alles viel zu sehr nach Die Ärzte 1988!“, und ich würde keine Sekunde zögern dir in Erinnerung zu rufen: „Jugendclub-Deutschland leidet seit 1988 nachweislich unter einer anhaltenden Unterversorgung mit 1988er Ärzte-Alben.“
Du könntest kraft des selbstgefälligen Dröhnens deiner irrtümlich für Eloquenz gehaltenen Affektiertheit konstatieren, „Die Texte sind größtenteils einfach gehalten und wirken häufig uninspiriert!“, und ich würde unmissverständlich klarstellen: „Weder das vielzitierte Schunder-Trio aus vorgeblichen Akademikern noch der zur Top-Ten-Institution herangereifte Kult um dahingeschiedene Beinkleider oder asselige Punkrap-Nachrücker aus dem Hamburger Anarcho-Kiez haben mir 2021 so trefflich aus der Seele gesprochen wie das am dämlichsten aliasierte Kunstprodukt seit Eximperituserqethhzebibšiptu...ich bin eine Umbruchhilfe...gakkathšulweliarzaxułum (jep!) und seine mal anklagende, mal selbstironische Verbindung aus brennpunktübergreifend resümierender Das-Jahr-in-Liedern-Rundschau und einer feinen Auswahl (nicht exklusiv pandemiebedingter) Alltagshürden des westeuropäischen Mittelständlers am Anfang seiner Dreißiger.“