2022-01-10

Memento Hans Lazer Alien Slam - Action Metal (2020)

Synthie noch zu retten?!

Hans Lazer ist der Kung Fury des grollenden Midtempo-(Death-)Metal: moderner Retro-Humbug als die Fiktion eines im Graubereich der potenziellen Markenrechtsverletzung agierenden und sich zum messianischen Befreier der „‚Sie leben‘ auf Acid“-mäßig versklavten Menschheit aufschwingenden Alpha-Prolls, dessen Backpfeifen-Kessel mit treibenden Synthietunes und parodistisch-popkulturellen Anspielungen in zum Kneipensport erhobener Schwarzenegger-Mundart befeuert wird. Der Rest sind hawaiibehemdeter Nonkonformismus, willkürlich auf den Plan tretender Dinokult und phosphoreszierende Scherzartikel. Manchmal muss es eben Mumm dumm sein!

Memento One Morning Left - Hyperactive (2021)

Gleich ein ganzer Kader floral verhüllter Knallchargen mit altherkömmlich garstig bis ausufernd pathostriefend tönender Doppelspitze hat sich hingegen auf die Trance-Metalcore-Fahne geschrieben, uns allen in Erinnerung zu rufen, wie gerne wir einst We Came as Romans hörten, damals, 2011, während des Gassigehens in der Mittagspause einer Zehneinhalb-Stunden-Schicht oder beim vereinsamten Katalogisieren der Uncut-Horrorfilm-Sammlung nach juristischem Prüfsiegel. Und wie oft wir nach 2018 bereits vollkommen unbefangen zu „Loved To Death“ zurückgefunden haben, ganz gleich, ob wir mit rein instrumentaler Musik nun unsere Herausforderungen haben oder nicht. Und wie schnell wir doch schwach werden bei Alternativcovern im vinylexklusiven Dreifinger-CorpsepaintUndKillernieten-Faultier-Design. Und dass mit „wir“ natürlich vordergründig ich gemeint bin …

Memento Abstract Void - Wishdream (2021)

Kein bierseliger Trashnacht-Zirkel hinter einem frevelschöpfigen Alter Ego, keine Rotte Pop-Core gewordener Thomas-Magnum-Lookalikes (die Neuauflage mit Jay Hernández!), sondern ein hochambitioniertes Ein-Mann-Crossover-Kreativ rührt das bis hierhin Besprochene mit unverwüstlichem Gleichmut in einen Hexenkessel von frühen Asking Alexandria und Enter Shikari, verschiebt die Tonalität in die eisige Rauheit des schwarzmetallischen Nordens und ersetzt mangelnden Ernst durch stets aus einiger Entfernung herübergellenden Leidensdruck. Das Ergebnis hievt den Anspruch merklich über das Niveau rockfloortauglicher Synth-Hybride, steht diesen in Sachen Unterhaltungswert allerdings in nichts nach.