Während der Trauerfeier für seinen alten Herren mit frühen Tonbandaufzeichnungen von sich selbst und ebendiesem konfrontiert zu werden, kann Impulsgeber für eine unüberschaubare Vielzahl verschiedenartigster Betätigungsfelder sein. Ein hochdramatisches Konzeptalbum im Black Metal der kathartisch-depressiven Spielart aufzulegen, lässt sich mit ausreichend misanthropiegetrübtem Kennerblick ganz ohne Frage auch darunter ausfindig machen. So gesehen also eine weithin selbstverständliche Verhaltensweise, als die das achtfache Bewältigungs-Vehikel „Peripeteia“ für die derzeitige Stimme und federführenden Traumastiftenden hinter dem Trübsalsgefährt Anagnorisis betrachtet werden darf, welcher die eingangs aufgegriffenen Zeugnisse seiner frühen Kindheit nicht bequemerweise für spröde Einspieler mit Intro-/Outro-Charakteristik zweckentfremdet, sondern unauflöslich mit der hauseigenen postmodernen Schwärze verzahnt, sodass ein die gegenseitige Trostlosigkeit befruchtendes Bündnis mit immersiver Sogwirkung entsteht.
Memento Kaonashi - Dear Lemon House, You Ruined Me: Senior Year (2021)
Als Heranwachsender tagein, tagaus von einem instabilen, von Übergriffigkeiten bestimmten häuslichen Umfeld in die „Schulpflicht“ genannte, ausgrenzende Schikane durch Altersgleiche und wieder zurückwechseln zu müssen, kann Auslöser für eine beängstigende Fülle medienwirksamer Übersprungshandlungen sein. Diesem Mahlstrom der alltäglichen Gewalt, des institutionellen Versagens und der Ohnmacht an beiden Enden der unausbleiblichen Katastrophe mit einem Schuss Gender-Divergenzen und avantgardistischem Einschlag ein Mahnmal im kalkuliert-chaotischen Hardcore zu setzen, ist daher nicht nur vor dem Gebot einer durchschlagenden Vertonung die rundherum denkrichtige Intention, das Unterfangen gestaltet sich, der allem voran eigenwilligen Präsentation sei‘s gedankt, fernerhin ausnehmend reizvoll.