2022-12-21

Memento Fellowship - The Saberlight Chronicles (2022)

RTRKRT wider den Jahresendranking-Trend oder: Auf der Suche nach DEM Album des (dritten Quartals eines in seiner Quersumme durch drei teilbaren Nicht-Schalt-)Jahres

Wann immer das erste Mal in der Geschichte eines der am wenigsten beachteten Musik-Blogs im Bereich des therapeutischen Schreibens ein wenig prestigeversprechendes annuelles Prädikat zur Vergabe steht, gilt es zuerst die Frage zu beantworten, wer oder vielmehr was dabei konkret ausgerufen werden soll. Immerhin ist der in diesem Zusammenhang landläufige Ausdruck „Bestes Album des Jahres“ stets ein zumindest streitbarer, an dem sich geneigte Expertengeister herausragend - zudem für gewöhnlich ungefragt - scheiden können. Als weitaus weniger, um nicht zu sagen vollkommen unstrittig, weil mit Zahlen beleg- und dank der Textsicherheit des zum Passivhören verdammten Nachwuchses jederzeit überprüfbar, drängt sich hingegen das gleichermaßen effektvoll-superlativische „Meistgehört“ förmlich auf.

Auf der Kehrseite einer derart nüchternen Herangehensweise mögen selbst so trefflich ersonnene Argumente wie jenes, dass man eine Kitsch-Kapelle, deren Akteure sich und ihre unverdrossenen, hochansteckenden Motivationshymnen dem drängenden Themenkomplex der mentalen Gesundheit verschrieben haben, in ihren Videoclips hingegen inbrünstig und wie für ein im Auenland angesiedeltes „Herr der Ringe“-Holiday-Special ausstaffiert durch die Halbtotalen hopserlaufen, gar nicht NICHT mögen kann, gewissermaßen überflüssig erscheinen. Andererseits sollte dank dieses rhetorischen Kniffs ohnehin längst klargeworden sein, dieses Jahr war ein großartiges Jahr für gewinnend-hoffnungsfrohen Motivational Power Metal, der die positive Attitüde auf der Zunge, den Saiten und im Namen FELLOWSHIP trägt!