Meinungsmache in deutschsprachigen Metal-Foren ... und Soilwork
Das mit imposantem Abstand effektivste Werkzeug, um die Kommentarspalten unter der Besprechung eines Soilwork-Albums nach 1999 in einen bürgerkriegsähnlichen Schauplatz verbissen geführter Grabenkämpfe zu verwandeln, ist die gern herangezogene Argumentationsschleife zum Frühwerk der Band und die oft damit einhergehende, genauso oft als anmaßend wahrgenommene Angewohnheit, eine immer noch rechtsgültige Zugehörigkeit zum (melodischen) Death Metal westschwedischer Spielart herzuleiten. Dabei stellt sich immer wieder auch heraus, dass die eigentlich zu führende Diskussion nicht die ist, ob Soilwork noch Melodeath sind, sondern nur allzu gerne in so schwülstige, für nichts als symptomatischen Hirnschwund stehende Thesen wie „Music doesn’t suck because it’s popular. Music is popular because it sucks.“ gehüllt wird: Wie erfolgreich darf Musik (bitte nicht) sein, um einer unumstritten als extrem anerkannten, von ihren Konsumenten mehrheitlich als extrem elitär verklärten Sparte zugerechnet werden zu können?
Nicht, dass ich mir herausnehmen würde, auf meiner bescheidenen, syntaktisch einwandfreien XHTML-Spielwiese einen Konsens à la „Wird Kunst nicht erst dadurch zu Kunst, dass sie Menschen bewegt - eben auch zum Kauf von CDs, Schallplatten, Eintrittskarten ... ?“ anzustrengen. Alles, was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, hätte „Figure Number Five“ mit seiner Veröffentlichung nicht so einen entscheidenden Eindruck auf mich gemacht, und wäre nicht damals schon alle paar Online-Rezensionen der Begriff Death Metal im Zusammenhang mit den Schweden gefallen, hätte ich mich vermutlich niemals ernsthaft mit „echtem“ Death Metal auseinandergesetzt. Oder mit „echtem“ Black Metal. Oder Progressive Metal. Oder ...