A Nightmare on Radio Ga Ga 2.1: Fleddy’s Revenge
Innerhalb kultivierterer Kreise muss wohl kaum explizit erwähnt werden, dass eine so bedeutende wie die Strömung des Hardcore Punk, dessen legierte Sonderformen ausdrücklich eingeschlossen, keinesfalls einfach einen großen Bogen um … sagen wir doch Belgien … oder die Niederlande … oder um andere parlamentarische Monarchien mit jeweils nicht weniger als 3 Amtssprachen macht. Auch sollte es nicht überraschen, dass eine Anzahl Interpreten dieser Richtung - musikalisch wie geographisch - sich bei der Verbreitung ihrer wie auch immer gearteten Botschaften der ihnen anerzogenen Dialekte bedienen, so befremdend diese dem durchschnittseuropäischen RP-Zweitsprachler auch vorkommen mögen.
Und schließlich, allem Weltoffen- und Kultiviertsein zum Trotz, erweist sich die Überraschung nur als umso größer, wenn dann doch ein Benelux’sches Crossover-Quintett um eine Kunstfigur auf den Plan tritt, deren Name klingt, als würden sich aus Fernost angereiste Glam-Rock-Enthusiasten in den Gassen von Montreux zum Queen-Museum durchfragen, sich zuoberst ausgeführte Quasiselbstverständlichkeiten zu eigen und mit der Durchschlagskraft einer siebenfachen New-School-Kanonade sämtliche Sprachbarrieren dem Erdboden gleichmacht, dass du gar nicht anders kannst, als den vorgebrachten Anliegen mit gereckten Fäusten deine uneingeschränkte Unterstützung zuzusichern, ganz gleich, ob damit nun Verachtung gegenüber den oberen zehn Prozent zum Ausdruck gebracht oder lediglich die Bewahrung traditioneller Herstellungsverfahren für belgische weiße Schokolade angemahnt werden soll.