2021-08-10

Memento Alestorm - Sunset On The Golden Age (2014)

Was tun mit einem Gutschein für den örtlichen Schallplattenladen?

Vermutlich könnte ich viele, je nach Affinität des Auditoriums, womöglich sogar vergnügliche Stunden, ganz sicher aber die üblichen gut 200 Worte damit zubringen, die Sinnhaftigkeit einer Neuauflage von Alestorms „Sunset On The Golden Age“ zum Record Store Day 2021 infrage zu stellen. Oder auszuführen, wie sehr ich mir stattdessen eine vergleichbar aufwändige Frischzellenkur für das einstige Debüt der trinkfesten Schotten gewünscht hätte. Doch wer selbst beim vierten Wurf noch derart behände supraeingängige Zechgesänge aus dem borkenkäferdurchsetzten Schnitzhuf schüttelt, die prinzipiell besser sind als alles, was Johnny Depp und Keira Knightley je im Duett auf einer einsamen Insel zum Besten gegeben haben, der hat es sich redlich verdient, nicht unentwegt von Gewohnheitszweiflern wie mir auf seinen einst so unverbrauchten Einstand reduziert zu werden und zudem das „R“ so lächerlich ausgiebig zu rollen, wie es ihm verdammich noch eins beliebt!

Dass das Patentrezept aus pompöser „Fluch der Karibik“-Aspiranz und dem Gelage-Orchester aus der dritten Klasse von Camerons „Titanic“ in der Realität häufiger als Einmarschmusik des Weltrangdritten im Wettwasserrutschen denn als Begleitrauschen bei Kaperfahrten dürfte herhalten müssen, die Euphorie ob der mitreißenden Freibeuter-Vibes, ähnlich den zitierten Vorbildern, gegen Ende gar zu kippen droht, ist noch nicht einmal besonders tragisch. Denn immerhin gilt es hierbei keine 288 quälenden Leinwandminuten oder gar 52 konsequent an Schauwert abbauenden Fortsetzungen durchzustehen - im Gegenteil. Und mit den sporadischen Verbalisierungsansätzen ihres letzten Neuzugangs demonstriert die Crew um Captain Bowes eindrücklich, dass sie auch in weniger balneariotauglichen Fahrwassern zielgewiss zu manövrieren weiß.