2019-10-20

Memento Napalm Death - Smear Campaign (2006)

Oberstufler gegen Rechts Oder-Neiße e. V.

Zu der Zeit, als sie mit "Smear Campaign" an der Seite von Waffenbrüdern wie All Shall Perish oder Amon Amarth, über deren Qualitäten ich bei passender Gelegenheit zu befinden haben werde, zum neuerlichen Angriff auf den auditiven Cortex bliesen, wusste ich über 25 Jahre Napalm Death kaum mehr zu berichten, als dass ihr Guinness-Buch-gewürdigtes "You Suffer" das wohl trefflichste Ein-Sekunden-Musikstück in der übersichtlichen Geschichte trefflicher Ein-Sekunden-Musikstücke sein musste.

Es war nicht, bevor die Heft-CD der LEGACY-Ausgabe #44 infolge unzähliger Rotationen im Nachrüstradio einer montrealblauen 3er-Limousine allmählich Riefen zu bekommen drohte, dass die Schonbezüge mit der Auftragsstickerei von Hugin und Munin unter den verheerenden Takt-Salven des Birminghamer Blast-Bataillons gründlich ins Wallen gerieten. Denn wer im verschnarchten Provinznest unweit der polnischen Grenze etwas auf seine Reputation als linksorientierter Metalhead an der Schwelle zur allgemeinen Hochschulreife hält, der setzt zur Lustfahrt durch die verkehrsberuhigte Innenstadt auf heruntergelassene Scheiben, demonstrativ aus dem Fenster gereckte Ellbogen mit pseudosubstanziellen Stern-Tattoos und das liebreizende Knurren eines brünstigen Höllenhundes zu den Klängen kompromissloser Ablehnung; gleichförmig, aber nicht eintönig, vielschichtig, aber nicht vertrackt; im Punk verwurzelt, im Metal gediehen, in den Autoradios wohlbehüteter Freistunden-Revoluzzer zuhause.