2021-11-05

Memento Ice Nine Kills - The Silver Scream 2: Welcome To Horrorwood (2021)

Fanboy-Gewäsche: Die Rückkehr

Sich als Liedguterzeuger bei unmittelbar aufeinanderfolgenden, konzeptionell verketteten Werken nicht einfach über die herkömmlichen, formelhaften Genre-Standards im Eiltempo einer mehrheitlich starren Hörerschaft anzubiedern und so der zwanghaften Unart, anhand geistiger Ranglisten unmissverständliche Präferenzen für den schlüssig strukturierten Meinungsaustausch vorzuhalten, den Nährboden zu entziehen, ist ein musikalischer Kunstgriff, den (einem in Kürze dem betreffenden Wikipedia-Artikel anhängigen Passus zufolge) System of a Down entwickelt und zuletzt mit ihrem Zwillings-Opus „Mezmerize/Hypnotize“ in beispielhaft impertinenter Machart ausgespielt haben.

Da trifft es sich hervorragend, dass zu den unbestreitbaren Vorzügen des Fanboy-Daseins gehört, die Kontingente seines Leidenmögens je nach Anlass, Tagesform, Mondphase oder Aszendent laufend neu verteilen oder einfach den gesamten Output auserwählter Mosh-Kuriere nach Belieben über unverhältnismäßige Lobpreisungen romantisieren zu können. Das zweite Heavy-Slam-Tech-Death-Post-Hardcore-Metal-Ska-Punk-Horror-Musical (Patent beantragt) der „Silver Scream“-Reihe bildet da keine Ausnahme. Logo: (Klassisches) Horrorkino beackert doch jeder gerne - nicht wahr, Exhumed? … Fulci? Die Essenz unterbudgetierter B-Movies in ihrer gesamtheitlichen Schundigkeit zu erfassen und als Top-Tier-Metal an der Schwelle zum Extremen aufzuarbeiten, indem man sich etwa jedes vierten Eintrags aus der Stilübersicht für das Genre Rock bei Discogs und des jeweils geachtetsten Vokalisten bedient, als wäre es so normal wie Rückblenden in einem Slasher-Sequel, DAS hingegen vollbringen nur Ice Nine Kills!