Die Liebe ist ein seltsames Spiel
Selten hat nach As I Lay Dyings „Shadows Are Security“ etwas so sehr den Geist des Metalcore während seiner Blütejahre geatmet, ohne dabei enorme Kraftanstrengungen unternommen zu haben, nicht allzu sehr nach Metalcore während seiner Blütejahre zu klingen.
Selten hat nach Nine Inch Nails‘ „With Teeth“ ein Arrangement mit repetitiver Electronica angedickter Rockmusik mich unerbittlicher in seinen hypnotischen Bann gezogen.
Selten hat nach Zero Mentalitys „Black Rock“ eine befremdliche Stimmperformance abseits des Emoviolence-Irrwitzes mir derart körperliche Schmerzen bereitet und mich gleichwohl immer und immer wieder für eine weitere Wahnsinnsfahrt zurückkehren lassen.
Selten hat nach Landmvrks’ „Lost In The Waves“ ein Arsenal unvorhergesehen moshtauglicher Kompositionen mich gleich mehrfach einen populären Videoportal-Riesen nach dem jeweils aktuellen Aufgebot trendender „Top X ultimative Breakdowns in 2021“-Clips absuchen lassen, um den Lehren seiner Heiligkeit des allmächtigen Schutzpatrons der Circle-Pits folgend nachzuprüfen, ob es auch angemessen Würdigung erfahren hat. (Spoiler: hat es nicht!)
Nun mag es allein dem gewieftesten meiner beiden Leser aufgefallen sein, doch wenn „Replica of a Strange Love“ eines ist, dann eine Seltenheit. Und selten hat in diesem Jahr das Gros aktiver Krachschaffender ein solch gerüttelt vielgestaltiges Maß an Vertrautheit zu einem vergleichbar eigenständigen, genauso kantigen wie zugänglichen Genre-Ereignis verwoben.