2020-10-12

Memento Job For A Cowboy - Doom (2005)

WG: Pit-Arbeiter des Monats gesucht!

Liebe Mitmosherinnen,
liebe Mitmosher,

wie ihr sicher längst wisst, steht die nächste Wahl zum Pit-Arbeiter des Monats unmittelbar bevor. Als vormaliger, gegenwärtiger und designierter Träger dieser Würde sowie Rekordhalter für die meisten aufeinanderfolgenden Amtszeiten, ersuche ich euch einmal mehr um Unterstützung in Form eurer Stimme!

Als ich vor 15 Jahren zum Deathcore-Dezernat kam, war ich genau wie ihr: ein jugendlicher Identitätssuchender in armeebraunen Dreiviertelhosen mit extragroßen Beintaschen, der am Einlass baufälliger Alternativ-Clubs in der ehemaligen Mark Brandenburg vehement die Auffassung vertrat, es sei das höchste der Gefühle, künstlich verknappte CDs mit schmuckvoll-morbiden Ziegenschädel-Arrangements originalverschweißt im Bettkasten vor sich hin rotten zu lassen.

Ich teilte eure Freuden, wie ich eure Nöte teilte. Das diebische Vergnügen, allseitige Konsterniertheit ob der vermeintlichen Frauenschreie zu Beginn des selbst erstellten "Entombment of a Machine"-Klingeltons in der rammelvollen Regionalbahn zu stiften, genauso wie die ständige Sorge, unwissentlich dem womöglich letzten genretreuen Output seiner erklärten Vorzugscombo zu lauschen, bevor diese sich unwiederbringlich dem reinen Death Metal, Post-Hardcore oder, der allmächtige Schutzpatron des Circle-Pits sei uns gnädig, dem Alternative-Rock zuwendet.

Gemeinsam mit euch werde ich weiter daran arbeiten, das zu bewahren, was vor 15 Jahren mit ritualisierter After-Show-Beschallung und einem viral gegangenen Zusammenschnitt sonor gepimpter SpongeBob-Episoden zu dem charakteristischen Gequieke aus "Knee Deep" seinen ruhmreichen Anfang nahm. Denn wenn wir aus der jüngeren Geschichte eines gelernt haben, dann, dass es eigentlich das höchste der Gefühle ist, künstlich verknapptes Vinyl mit schmuckvoll-morbiden Ziegenschädel-Arrangements originalverschweißt im Bettkasten vor sich hin rotten zu lassen!

Kollegiale Grüße
Euer Kurt