BDC präsentiert: Im Laich der Giganten
Allein bei dem Anblick der aus paläozoologischer Sicht vermutlich himmelschreiend inakkuraten Darstellung artübergreifender Kopulation dürfte jedem ehrenamtlich verpflichteten Sittenwächter das Klappmesser in der Hosentasche aufspringen. Das hat man wohl davon, wenn man sich vom einheitsrotbraunen Groß aus dilettantischer Mutilation und glorifizierter Leichenschändung abheben will, das die übliche Ästhetik des Genres bestimmt.
Klare Sache: Eine Band, die sich selbst den klangvollen Namen Operation Cunt Destroyer verpasst, muss eben auch abliefern! Und das tut sie, nicht nur in grafischer Hinsicht. Dafür sprechen die genreüblich wie charaktervoll monströse Lautmalerei und das heitere Stelldichein am Mikrofon, mackermäßig anstößige Einspielerchen und nicht zuletzt der Umstand, dass sich, dem Tracking zufolge, auch die Behörden bei der Einfuhr meiner Tape-Version ausgiebig mit den Charakteristika des Slamming Brutal Death Metal befasst haben dürften.
Raffinesse oder virtuoses Saitenspiel zählen selbstredend nicht dazu. Stattdessen dominieren eindimensionales Riffing und fahrplanmäßige Breaks diese rund vierzehnminütige Fastfood-Ferkelei – musikalisches Versatzmaterial, fein zerkleinert und in Form gepresst, umhüllt von überwürzter Massentauglichkeit – Opium fürs raufhungrige Snapback-Tanzvolk. „Slam Before Time“ oder „In einer Cunt vor unserer Zeit“, simple as that!